Selbstwertgefühl und ärgerbezogenes Verhalten

Manja Vollmann*, Hannelore Weber, Monika Wiedig

*Corresponding author for this work

Research output: Contribution to journalArticleAcademic

5 Downloads (Pure)

Abstract

In der vorliegenden Studie mit N = 136 studentischen Probanden wurde der Zusammenhang zwischen zwei Aspekten des Selbstkonzeptes, dem globalen Selbstwertgefühl und der Standfestigkeit gegenüber signifikanten anderen, und der Reaktion auf eine experimentell induzierte ärgerauslösende Provokation untersucht. Das Selbstkonzept sowie das habituelle ärgerbezogene Verhalten wurden eine Woche vor der experimentellen Provokation erfasst. Ärger wurde induziert, indem die Probanden in ungerechtfertigter Weise für einen von ihnen nicht verschuldeten Computerabsturz verantwortlich gemacht wurden. Im Anschluss an die Ärgerinduktion wurden über Fragebogen die emotionalen Reaktionen, das ärgerbezogene Verhalten, die Verhaltensziele und die Bewertung des Verhaltens erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass auf der habituellen Ebene hohe Ausprägungen des Selbstwertgefühls und der Standfestigkeit mit einer niedrigeren Neigung zu Anger-in verbunden waren. Das Selbstwertgefühl hatte auf das selbsteingeschätzte Verhalten und die Verhaltensziele in der konkreten Ärgersituation hingegen keinen Einfluss; eine höhere Standfestigkeit war jedoch mit weniger submissivem und ruminativem Verhalten sowie weniger Konfliktvermeidung und mehr Durchsetzungswillen verbunden. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf den in der Literatur umstrittenen Zusammenhang zwischen Selbstwertgefühl, Ärgerneigung und Aggression diskutiert.
Original languageGerman
Pages (from-to)47-56
Number of pages10
JournalZeitschrift fur Differentielle und Diagnostische Psychologie
Volume25
Issue number1
Early online date1 Sept 2004
DOIs
Publication statusPublished - 1 Sept 2006
Externally publishedYes

Cite this